Gelbe, länglich ovale bis runde Flecken meist im oberen Drittel der älteren Blätter ohne erkennbare Sporenlager werden durch Stressfaktoren, z.B. Bodenverdichtungen, Nährstoff- oder Wassermangel hervorgerufen. Ursache für das Vergilben ist die Anreicherung von Ethylen im Gewebe.

Ähnliche Flecken werden auch durch genetische Abwehrreaktionen hervorgerufen. Die Pflanze lässt Zellen absterben, um eindringende Schaderreger, z.B. Mehltau- oder Rostsporen auszuhungern. Sensible Sorten reagieren auf Pollen oder andere Partikel in der Luft (Hypersensibilität). Sorten mit ausgeprägter Neigung zu nicht parasitären Blattflecken sind z.B. Patras, Genius, Tobak, Elixer, Mulan oder Akteur und Axioma.

Auch Spritztropfen oder Tautropfen können Reaktionen auf den Blättern hervorrufen, meist sind es anfangs schwarzbraune kleine Flecken (Verwechslung mit DTR im Weizen oder Rhynchosporium bzw. mit Ramularia in der Gerste möglich). Die Symptome treten oft erst nach einer Fungizidspritzung mit „griffig“ formulierten Mitteln auf. Um die physiologischen Blattflecken auf den oberen Blättern (F-3, F-2 und F-1) zu vermeiden, ist Vorsicht geboten, vor allem mit Wirkstoffen, die schnell in das Blatt eindringen können (z.B. Morpholine) und die Wachsschicht angreifen (Moddus, EC–formulierte Insektizide).

Der Pflanzenschutzeinsatz ist unter kritischen Bedingungen besser in die Abendstunden zu verschieben, wenn die Wachsschicht stärker ausgeprägt ist. Diese Produkte sollten auch nicht unmittelbar vor oder nach Nachtfrost eingesetzt werden. Stressflecken durch Pflanzenschutzmaßnahmen lassen sich durch die Zugabe eines Spreitmittels (Break thru, Silwet Gold) vermeiden. Das Blatt wird gleichmäßig mit einem Film überzogen.

 

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