In den nächsten Tagen stehen in den Getreidebeständen ertragsabsichernde Fungizidmaßnahmen im Fahnenblattstadium an. Zur Erhöhung der Halmstabilität kann die Behandlung mit Wachstumsreglern kombiniert werden. Eine Kürzung im Fahnenblattstadium ist in der Regel erforderlich, wenn bislang noch keine Kürzung erfolgte oder die letzte Einkürzung mit Moddus länger als 14 Tage zurückliegt und der Bestand lagergefährdet ist.


Neben dichten Beständen erhöht die mit steigenden Temperaturen einsetzende Stickstoffnachlieferung aus dem Boden das Lagerrisiko. Insbesondere auf Standorten, die aktuell ausreichend Bodenfeuchtigkeit aufweisen, ist die Lagergefährdung zu überprüfen. Erwarten Sie in Ihrem Wintergetreide mehr als 600 ährentragende Halme pro m² oder sind die Internodien zwischen den Halmabschnitten weich, sollten Wachstumsregler zum Einsatz kommen.

Der Behandlungstermin richtet sich nach der Bestandesentwicklung, der Witterung und dem Lagerrisiko. Grundsätzlich gilt: „Lager ist verboten“. Dennoch ist beim Einsatz von Wachstumsreglern Fingerspitzengefühl gefragt, um keine ertragsphysiologischen Schäden zu verursachen. Bei der Terminierung sollte die Ährenentwicklung (Große Periode) berücksichtigt werden. Um eine Stauchung der sich streckenden Ähre zu vermeiden, sollte mit der Behandlung möglichst gewartet werden, bis die Ähre eine Länge von ca. 6 cm erreicht hat. In kritischen Fällen müssen daher mögliche Ertragsverluste durch Lager gegenüber Einbußen durch gestauchte Ähren abgewogen werden. In EC 37/39 kommt zur Festigung des Halmes Ethephon in Betracht. Eine Kürzung der oberen Halmabschnitte wird z.B. mit Prohexadion erzielt.

Zur Vermeidung von Ährenknicken in der Wintergerste hat sich unter feuchten Bedingungen die Kombination von Ethephon mit Prohexadion in EC 39, bevor die Grannen spitzen, bewährt.

Bestände, die weniger als 450 Ähren pro m² erwarten lassen, sind weniger lagergefährdet. Die dünneren Bestände werden durch die Strahlung, die bis zur Halmbasis gelangt, auf natürliche Weise gefestigt. Grundsätzlich sollten Wachstumsregler nur eingesetzt werden, wenn dadurch Ertragsverluste durch Lager verhindert werden.

 

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