Aktuell erscheinen einige Weizen- zum Teil auch Gerstenbestände gelblich. Bei genauerer Betrachtung findet man vor allem im oberen Drittel der älteren Blätter (F-3 bis F-5) unregelmäßig gelbe, länglich ovale bis runde Flecken, in denen aber weder optisch noch nach einer Sporenanalyse pilzliche Schaderreger wie Septoria tritici, Schneeschimmel oder DTR nachzuweisen sind. In Gersten fallen überdies braun bis schwarz gesprenkelte Blätter auf, die den Verdacht auf Netzflecken, beginnendes Rhynchosporium, Ramularia oder auch auf Mehltauabwehrreaktionen lenken.


Verstärkt treten die Symptome an Stellen auf, wo das Pflanzenwachstum durch Stressfaktoren, wie Bodenverdichtungen, Nährstoffmangel, Nässe oder Wassermangel behindert wird. In diesem Jahr wurden diese PLS-Flecken in erster Linie durch die langanhaltende Kälte verursacht. Des Weiteren können auch Spritz- oder Tautropfen diese Reaktion hervorrufen bzw. verstärken. Die Flecken bilden sich durch die Anreicherung von Ethylen im Gewebe.

Ähnliche Flecken entstehen auch durch genetische Abwehrreaktionen. Dabei lässt die Pflanze Zellen absterben (programmierter Zelltod), um Schaderreger wie Rost- oder Mehltausporen auszuhungern. Empfindliche Sorten bzw. Sorten mit einer hohen Krankheitsresistenz reagieren allerdings nicht nur auf Pilzsporen, sondern auch auf Pollen oder andere Partikel aus der Luft (Hypersensibilität).

Weizensorten, die besonders zur Ausbildung von nicht parasitären Blattflecken neigen, sind z.B. Akteur, Asory, Axioma, Elixer, Genius und Mulan. In der Wintergerste fallen vor allem Higgins und Sensation auf.

 

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