Für die Ertragsbildung spielen nicht allein Wasser und Wärme (Vegetationszeit) eine Rolle, sondern auch die Strahlung bzw. Licht.  Vor allem im (Nord-) Westen und in den Mittelgebirgslagen wurden im Mai kaum 60 % der normalen Strahlungssumme erreicht. Zusammen mit den verbreitet hohen Niederschlägen der letzten Woche wirkt sich das negativ auf das Ertragsgeschehen und auf die Qualität aus.

Wo in den letzten Wochen mehr als 150 mm Regen gefallen sind und sich das Wasser im Boden staute, wurden Feinwurzel im reifenden Getreide verstärkt abgebaut mit der Folge, dass die Reife trotz der Nässe beschleunigt wird.

Die ersten Ertragsergebnisse der Wintergerste fallen deshalb sehr unterschiedlich aus. Meist sind die Körner sind nicht voll ausgebildet, das TKG und das HLG liegen vielfach unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

 

Beim Backweizen ist damit zu rechnen, dass die Fallzahlen niedrig bleiben und kaum die geforderten 240 sec erreichen werden bzw. sehr schnell abstürzen. Auch dürften die Proteingehalte eher unter dem Durchschnitt bleiben und auch die Sedimentationswerte nur knapp die geforderte Norm erreichen. Es ist davon auszugehen, dass sehr viel Futterweizen auf den Markt kommen wird.

Ab Monatsmitte Juli wird eine etwas stabilere Wetterlage prognostiziert mit Sonne und Tageshöchsttemperaturen zwischen 26 und 28 °C. Ob dadurch eine grundsätzliche Umkehr der aktuellen Situation eintritt, ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen.

Eire recht gute Kornausbildung mit ausreichend hoher Qualität kann im Osten Deutschlands zwischen A2 und A4 bzw. Harz und Oder erwartet werden. Allerdings ist die Fallzahlstabilität auch dort nicht übermäßig hoch, so dass Roggen, Durum, Dinkel und Weizen zügig geerntet werden müssen, um die Qualität zu halten.

 

Übersicht: Globalstrahlung im Mai 2021
(Quelle: DWD, Juli 2021)

Sonneneinstrahl...
 

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