Das geringe Hektolitergewicht der Wintergerste hängt ursächlich mit dem Wurzelabbau und der eingeschränkten Cytokinin-Produktion infolge der Nässe ab Mai bis Anfang Juni zusammen. Die vor allem im Westen geringe Strahlung im Mai wirkte sich zusätzlich negativ aus: Das Getreide (auch der Raps) konnten deshalb nicht genug lösliche Kohlenhydrate und Proteine (Zucker, Stärke, Eiweiß) in Blatt und Stängel zwischenlagern. Vielmehr benötigten sie die Assimilate vorwiegend für den Aufbau von Gerüstsubstanz, also für die Bildung von Zellulose. Damit hing die Kornfüllung fast ausschließlich von der Assimilation nach der Blüte ab. Die Assimilation nach dem Ährenschieben reichte für Spitzenerträge nicht aus, vor allem wenn die Abreife infolge der maroden Wurzeln vorzeitig eintraf.

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