In folgendem Link finden Sie die vorläufigen Ergebnisse der Gerstenernte.

Das geringe Hektolitergewicht der Wintergerste hängt ursächlich mit dem Wurzelabbau und der eingeschränkten Cytokinin-Produktion infolge der Nässe ab Mai bis Anfang Juni zusammen. Die vor allem im Westen geringe Strahlung im Mai wirkte sich zusätzlich negativ aus: Das Getreide (auch der Raps) konnten deshalb nicht genug lösliche Kohlenhydrate und Proteine (Zucker, Stärke, Eiweiß) in Blatt und Stängel zwischenlagern. Vielmehr benötigten sie die Assimilate vorwiegend für den Aufbau von Gerüstsubstanz, also für die Bildung von Zellulose. Damit hing die Kornfüllung fast ausschließlich von der Assimilation nach der Blüte ab. Die Assimilation nach dem Ährenschieben reichte für Spitzenerträge nicht aus, vor allem wenn die Abreife infolge der maroden Wurzeln vorzeitig eintraf.

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Die Gerstenernte ist schon bzw. wird nach der Unterbrechung durch die Regenperiode zum Großteil in dieser Woche abgeschlossen. Die Erträge fallen unterschiedlich aus: Wo es im Mai trocken war, ist die Ernte verbreitet besser als erwartet, während dort, wo im Mai sehr viel Regen gefallen ist, aufgrund des vorzeitigen Wurzelabbaus und der geringen Strahlung das HLG und damit die Erträge enttäuschen.

Die einzige, derzeit in Deutschland längerfristig zugelassene fungizide Beize ist das DMM (Dimethomorph). Für Vibrance OSR (Fludi-oxinil + Metalaxyl-M + Sedaxane) wurde eine Notfallzulassung vom 01.06. bis 28.09.2021 ausgesprochen. Scenic Gold (Fluopicolide + Fluoxastrobin) ist im benachbarten europäischen Ausland zugelassen und hat in D eine Notfallzulassung vom 12.05. bis 08.09.2021.

Daktari (Rapool)

  • gesund, großrahmig, spätreif
  • zügige Herbstentwicklung
  • Reifeverhalten ähnlich Smaragd
  • Ertrags- und Qualitätseinstufung (9/9/8)

Für die Ertragsbildung spielen nicht allein Wasser und Wärme (Vegetationszeit) eine Rolle, sondern auch die Strahlung bzw. Licht.  Vor allem im (Nord-) Westen und in den Mittelgebirgslagen wurden im Mai kaum 60 % der normalen Strahlungssumme erreicht. Zusammen mit den verbreitet hohen Niederschlägen der letzten Woche wirkt sich das negativ auf das Ertragsgeschehen und auf die Qualität aus.

Im Nordosten, zum Teil auch in Mittelholstein fielen in der letzten Woche örtlich über 120 mm Regen. Während einwertige Kationen (K, NH4,) in sorptionsfähigen Böden (über 8 % Ton) weitgehend in den oberen 20 cm des Bodens, wurden Nitrat- und Sulfationen aber auch Kazium und Magnesium eingewaschen. Wie weit (Verlagerungstiefe) lässt sich annähernd nach der Formel von LEVIN berechnen:

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