Ramularia trat zuletzt 2017 in der Gerste in ganz Deutschland in einem Ausmaß auf, das eine darauf abgestellte Fungizidstrategie erforderte. Die Ausbreitung des Pilzes wird begünstigt durch den aktuellen Witterungsverlauf mit dem Wechsel zwischen strahlungsarmer, kalter Witterung und kurzfristig intensiver Strahlung.

Mais hat in der Jugendentwicklung ein sehr schlechtes Nährstoffaneignungsvermögen, vor allem für den im Boden wenig beweglichen Phosphor. Deshalb reagiert er stark auf die Unterfußdüngung mit Phosphor, auch auf ausreichend mit Phosphor versorgten Standorten. Vor allem bei trockener und nasskalter Witterung wirkt sich die Unterfußdüngung (fast) immer positiv aus. Allerdings sollte nicht der gesamte P-Bedarf in einem Düngerband abgelegt werden, weil die Wurzeln sich dort konzentrieren und wenig Lust haben, zur Seite und in die Tiefe zu wachsen.

Für den Großteil der Getreidebestände steht die Kürzung in der 15. Woche an. In ganz Deutschland ist in dieser Woche mit sehr kühlem Wetter mit maximal 10 °C und Nachtfrösten zu rechnen. Daher kommt der Einsatz von Wachstumsreglern, aber auch von ALS-Hemmern und Wuchsstoffen nicht in Betracht und muss auf die kommende Woche (ab dem 16. bzw. 17.04.) verschoben werden.

Gelbrost-Befall im Westen

Ausgehend vom Rheinland breitet sich Gelbrost über Westfalen und Niedersachsen in Richtung (Nord-) Osten aus. Bislang wurde der Pilz in Triticale (Lombardo, Ramdam) und Weizen (Benchmark, Reform) gefunden. Wenn über Ostern tatsächlich nass-kaltes stürmisches Wetter eintreten sollte, ist mit einem stärkeren Befall zu rechnen. Kontrollieren Sie deshalb gegen Gelbrost anfällige Sorten im Bereich von Hecken und Windschutzstreifen auf vorhandene Gelbrostnester. Wenn diese zu erkennen sind, kann sich der Pilz innerhalb weniger Tage über den ganzen Schlag ausbreiten.

In den vor dem 10. Oktober aufgelaufenen Weizen- und Gerstenbeständen, selbst im Roggen, waren im Herbst bereits Mehltaupusteln zu finden. Derzeit sind die überwiegend verbräunten Pusteln regelmäßig auf dem dritten Blatt von oben zu finden. Durch den Frost ist der Mehltau nicht abgestorben, sondern bildet schwarze Dauerkörper auf dem abgefrorenen Myzel, sogenannte Kleistothecien. Kleistothecien produzieren Ascosporen, die bei Temperaturen über 12 °C bei feuchtem, bedecktem Wetter zu neuen Mehltau-Infektionen im Bestand führen. Nach den Frühlingstagen Ende Februar sind erste weiße Pusteln neben den braunen Mehltaupusteln bereits zu erkennen.

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